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Orgelklang 12 – Domorganist Michael Schönheit

August 22 @ 12:00 - 17:00

„Psalmen auf der Orgel“

AN DEN LADEGASTORGELN
Domorganist Michael Schönheit

GEISTLICHES WORT
Frank Richter, Theologe und Publizist

 

Johann Sebastian Bach (1685-1750) – Präludium und Fuge G-Dur BWV 541

Begrüßung und Psalmlesung

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) – Sonate op. 65 Nr. 3 A-Dur

Psalm 130 in der Übertragung Martin Luthers zum Choral „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“

Con moto maestoso – Andante tranquillo

Psalmlesung, Auslegung und Segenswort

Julius Reubke (1834-1858) – Der 94. Psalm

Sonate für Orgel

Grave – Larghetto – Allegro con fuoco – Grave – Adagio – Lento

Allegro – Piu mosso – Allegro assai – (am 17.Juni.1857 auf der Friedrich-Ladegst-Orgel vom Komponisten
in Anwesenheit seines Lehrers Franz Liszt uraufgeführt)

Aus Psalm 94:
Herr Gott, dess die Rache ist, erscheine. Erhebe dich, du Richter der Welt; vergilt den Hoffärtigen, was sie verdienen.
Herr, wie lange sollen die Gottlosen prahlen ? Wittwen und Fremdlinge erwürgen sie und tödten die Waisen und sagen: Der Herr sieht es nicht und der Gott Jacobs achtet es nicht.
Wo der Herr mir nicht hülfe, so läge meine Seele schier in der Stille. Ich hatte viel Bekümmernisse in meinem Herzen, aber deine Tröstungen ergötzen meine Seele.
Aber der Herr ist mein Hort und meine Zuversicht. Er wird ihnen ihr Unrecht vergelten und sie um ihre Bosheit vertilgen.           

Der jung verstorbene Komponist, Pianist und Organist Julius Reubke (1834 – 1858) erhielt seine erste musikalische Ausbildung bei Hermann Bönicke (1821–1879) in Quedlinburg. Ab 1851 besuchte er das neugegründete Konservatorium für Musik in Berlin, wo er bei Theodor Kullak (1818–1882) Klavier und bei Adolf Bernhard Marx (1795–1866) Komposition studierte. Hier schloss er Freundschaft mit dem Pianisten Alexander Winterberger (1834–1914). Aus dieser Zeit sind eine Mazurka in E-Dur und das Scherzo in d-Moll für Klavier erhalten. Vermutlich Ende 1855 fand in Berlin die erste Begegnung zwischen Julius Reubke und Franz Liszt statt, dem er durch Hans v. Bülow als bester Schüler des Konservatoriums empfohlen worden war. Im Frühjahr des folgenden Jahres ging Reubke als Schüler Liszts nach Weimar. 1857 entstanden seine beiden Hauptwerke, die Liszt gewidmete Klaviersonate b-Moll und die Orgelsonate „Der 94. Psalm“ in c-Moll, die Reubke auf der neuen Ladegast-Orgel des Merseburger Domes am 17.6.1857 in Anwesenheit seines Lehrers Franz Liszt zur Uraufführung brachte.
Nach vergeblicher Bewerbung um eine Organistenstelle an der Johannis-Kirche in Magdeburg übersiedelte Reubke um die Jahreswende 1857/58 nach Dresden. Hier wurde er in den Tonkünstlerverein aufgenommen und gab verschiedene Konzerte. Im Mai 1858 reiste er nach Pillnitz, einem nahegelegenen Kurort, wo er sich Linderung seines Lungenleidens erhoffte, verstarb jedoch schon kurze Zeit später im Alter von nur 24 Jahren.
Die beiden großen Sonaten für Klavier bzw. Orgel von Reubke sind unmittelbar durch Liszts Sonate in h-Moll für Klavier bzw. seine Orgelfantasie über „Ad nos ad salutarem undam“ angeregt, bewahren jedoch in der Technik der Themenentwicklung und ihrer formalen Struktur Eigenständigkeit. Beide Werke besitzen drei ineinander übergehende, in sich abgerundete Sätze. Die Orgelsonate ist durch Verse des 94. Psalms inspiriert, die der Erstausgabe des Werks im Druck vorangestellt wurden. Das monothematische, genialische Werk, das durch eine große Schlußfuge abgerundet wird und Prinzipien der symphonischen Dichtung auf die Orgelmusik überträgt, gilt als Meilenstein in der Orgelliteratur zwischen Mendelssohn und Max Reger. Beide Sonaten wurden 1871 im Rahmen einer von Reubkes Bruder Otto geplanten, nicht vollendeten Gesamtausgabe der Werke von Julius Reubke erstmals gedruckt.

Mit Michael Schönheit ist in Merseburg einer der profiliertesten Organisten und Dirigenten Mitteldeutschlands zu erleben. Er studierte in Leipzig Dirigieren, Klavier und Orgel, war 1984 Preisträger des Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerbs und wurde 1986 zum Gewandhausorganisten berufen. Seit 1994 ist er künstlerischer Leiter der Merseburger Orgeltage, seit 1996 zudem Domorganist in Merseburg. Damit verbindet sich mit seinem Namen nicht nur höchste künstlerische Qualität, sondern auch eine enge, über viele Jahre gewachsene Beziehung zum Merseburger Dom und seiner einzigartigen Orgellandschaft.

Mit Frank Richter spricht in Merseburg ein Theologe und Publizist, der weit über kirchliche Zusammenhänge hinaus als nachdenkliche und vermittelnde Stimme bekannt ist. In der Friedlichen Revolution wurde er als Mitbegründer der „Gruppe der 20“ in Dresden bekannt; später wirkte er viele Jahre als Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung. Als Autor und öffentlicher Gesprächspartner verbindet er geistliche Reflexion mit gesellschaftlicher Verantwortung und der Suche nach Verständigung. Sein geistliches Wort verspricht daher Impulse, die Glauben, Gegenwart und persönliche Erfahrung auf besondere Weise miteinander ins Gespräch bringen.

 

 

Die „Königin der Instrumente“ erklingt an ausgewählten Samstagen und kirchlichen Feiertagen für die Gäste des Merseburger Doms. Lauschen Sie während Ihres Besuchs der romantischen Ladegastorgel, einer der prächtigsten Orgeln unserer Region. In den 40-minütigen Andachten mit Orgelmusik zeigen Organisten von nah und fern ihr herausragendes Können.

Über eine Eintrittskarte des Merseburger Doms, haben sie die Möglichkeit dieses Konzert an der Ladegastorgel zu erleben.
Über ein Kombiangebot können sie mit einer Führung mehr über den Dom und die Ladegastorgel erfahren.

Details

Veranstalter

  • Vereinigte Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz
  • Telefon 03445 – 2301-0
  • E-Mail info@merseburger-orgeltage.de
  • Veranstalter-Website anzeigen

Veranstaltungsort