JULIA SOPHIE WAGNER

„Wie schon in ihrer Recital-CD mit Liedern von Charles Ives punktet die polyglotte Sängerin nicht nur mit ihrer gut fokussierten, klaren Stimme, sondern auch mit ihrer vokalen Ausdruckspalette und gestalterischen Differenzierungskunst“, schreibt Klassik Heute.

Julia Sophie Wagner gehört zu den vielseitigen Sopranistinnen ihrer Generation. Ausgehend von der intensiven Auseinandersetzung mit der barocken Vokalpolyphonie Johann Sebastian Bachs hat sie sich ein breites Repertoire erschlossen, das von den großen chorsinfonischen Werken bis hin zu Lied, Oper und zeitgenössischer Musik reicht. In den vergangenen Jahren hat sie ihr Profil insbesondere im spätromantischen und frühmodernen Fach weiterentwickelt, unter anderem mit Werken von Richard Strauss und Gustav Mahler.

Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Verbindung von Interpretation und künstlerischer Konzeption. Regelmäßig entwickelt sie eigene, spartenübergreifende Projekte – von Konzept-CDs und Musiktheaterformaten bis hin zu literarisch-musikalischen Programmen. Zuletzt entstand das gemeinsam mit Jakob Lehmann konzipierte Bach-Requiem „ET LUX.“ mit neuen Texten von Thomas Kunst, das bei den Thüringer Bachwochen uraufgeführt wurde und seither vielfach aufgeführt und gesendet wird.

Im Bereich der zeitgenössischen Musik verbindet sie eine enge Zusammenarbeit mit dem Komponisten und Pianisten Steffen Schleiermacher. Mehrere CDs, Fernseh- und Rundfunkproduktionen sowie zahlreiche Konzertprogramme dokumentieren diese künstlerische Partnerschaft.

Ihre musikalischen Wurzeln liegen in der Musik Johann Sebastian Bachs, geprägt unter anderem durch die enge Zusammenarbeit mit Helmuth Rilling. Eine langjährige musikalische Partnerschaft verbindet sie mit dem Thomanerchor und dem Gewandhausorchester Leipzig, bei den Merseburger Orgeltagen ist sie seit Jahren regelmäßig zu Gast; sie arbeitete zudem mit Ensembles und Orchestern wie der Akademie für Alte Musik Berlin, Concerto Köln, dem Mozarteumorchester Salzburg, dem Washington National Symphony Orchestra, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, RTVE Madrid oder RAI Turin, dem RIAS Kammerchor, dem Berliner Rundfunkchor und dem Chor des Bayerischen Rundfunks. Konzerte unter der Leitung von Dirigenten wie Matthew Halls, Hans-Christoph Rademann, Václav Luks, Raphael Pichon, Ulf Schirmer oder Alexander Liebreich führten sie in bedeutende Musikzentren Europas sowie in die USA, nach Asien und Südamerika.

Darüberhinaus ist das Lied ein zentraler Bestandteil ihres künstlerischen Profils, seit sie gemeinsam mit Eric Schneider ihre vielbeachtete Debut-CD „Leipziger Schule“ einspielte sowie, in Zusammenarbeit mit dem Gewandhaus Leipzig und dem Deutschlandfunk, ihr Kinderprogramm „Prinzessin Elise“.  Außerdem ist sie in unterschiedlichen Formationen regelmäßig Gast verschiedener Kammermusikreihen.

Julia Sophie Wagner studierte Gesang an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar, an der McGill University in Montreal sowie an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig. Wichtige künstlerische Impulse erhielt sie in Meisterkursen bei Edith Wiens, Peter Schreier, Ingrid Figur und Graham Johnson. Sie ist Preisträgerin mehrerer internationaler Wettbewerbe und war Stipendiatin des DAAD.