Jörg-Peter Weigle wurde 1953 in Greifswald geboren und erhielt seine erste musikalische Ausbildung 1963-1971 als Knabe im Leipziger Thomanerchor. Nach seinem Studium an der Hochschule für Musik “Hanns Eisler” in Berlin bei Horst Förster, Dietrich Knothe und Ruth Zechlin folgten Meisterkurse bei Kurt Masur und Witold Rowicki in Weimar und Wien.
Er begann seine Laufbahn als 1. Kapellmeister am Staatlichen Sinfonieorchester Neubrandenburg. Von da an dirigierte er ein breites Repertoire, das sinfonische, und chorsinfonische Werke genauso umfasst, wie Opern. 1980 wechselte Weigle zum Rundfunk Chor Leipzig und wurde 1984 dessen Chefdirigent. Während dieser Zeit arbeitete er mit herausragenden Dirigenten und Solisten zusammen. Darunter Kurt Masur, Colin Davis, Neville Marriner, Marek Janowski, Peter Schreier, Theo Adam, Marjana Lipovsek, Helen Donath. Als Gast war er u.a. an der Semperoper Dresden, der Komischen Oper Berlin sowie bei Chor und Orchester des Bayerischen und des Norddeutschen Rundfunks engagiert.
1986 wurde er Chefdirigent und GMD der Dresdner Philharmonie. In diese Zeit fielen auch zahlreiche Uraufführungen, u.a. von Edisson Denissow und Christian Münch, sowie von Georg Katzer die Oper „Antigone oder die Stadt” an der Komischen Oper unter der Regie von Harry Kupfer mit J. Kowalski in der Hauptrolle. Herausragend war auch sein erster Beethoven Zyklus in Madrid (auf modernen Instrumenten) sowie chorsinfonische Werke während der Dresdner Musikfestspiele, so z.B. Franz Schmidt: Das Buch mit sieben Siegeln und Richard Wagners: Das Liebesmahl der Apostel mit dem Leipziger Rundfunkchor und dem Chor der Staatsoper Dresden. Als Gast war er u.a. bei den Klangkörpern des DDR Rundfunks, des Bayerischen und Norddeutschen Rundfunks und dirigierte zahlreiche Konzerte und Aufnahmen u.a. mit Alexis Weissenberg, Pinchas Zuckermann, Boris Pergamenschikow und Vadim Repin. Besonders wichtig war das Debut beim Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunk mit der Es-dur Messe von Franz Schubert.
Chefdirigent der Stuttgarter Philharmoniker wurde der Dirigent 2005. Mit diesem Orchester leitete er Konzerte in Nord- und Südamerika, sowie im europäischen Ausland.
Jörg-Peter Weigle hat zahlreiche CD´s aufgenommen, die bei verschiedenen Labels erschienen sind. Neben Mozart-Aufnahmen für Philipps Klassik u.a. mit Iris Vermillion, Juli Kaufmann, Rene Pape, Roman Trekel und Chormusik bei Eterna entstanden auch Aufnahmen des sinfonischen Gesamtwerks von Hanns Huber bei Sterling sowie alle Sinfonien von Felix Draeseke bei cpo. 2016 erschien eine CD mit Walter Braunfels´ “Große Messe“ u.a. mit dem Philharmonischen Chor Berlin und dem Konzerthausorchester Berlin bei Capriccio.
Von 2001 bis 2017 war Weigle Professor für Chordirigieren an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin und leitete diese von 2008 bis 2012 als Rektor.
2003 bis 2025 war er auch künstlerischer Leiter des traditionsreichen Philharmonischen Chores Berlin und dirigierte über 80 Konzerte.
Ein künstlerischer Höhepunkt war von 2004 bis 2007 sein zweiter Zyklus aller Sinfonien von Ludwig van Beethoven sowie der „Missa solemnis“ mit dem Concerto Brandenburg (auf historischen Instrumenten) und dem Philharmonischen Chor Berlin.
Jörg-Peter Weigle wurde 1984 in Leipzig mit dem Preis der Kulturjournalisten, 1994 mit der Sächsischen Verfassungsmedaille sowie 2017 dem Händelring des VdKC und der Geschwister Mendelssohn Medaille des Berliner Chorverbandes ausgezeichnet.
Von 2018 bis 2025 war er GMD und Chefdirigent des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt/Oder.
J.-P. W. März 2026
