Der Organist Denny Ph. Wilke gehört zu den vielseitigen deutschen Konzertorganisten seiner Generation. Seine künstlerische Ausbildung führte ihn zu einigen der bedeutenden Vertreter der europäischen Orgelschule. Bis 2005 studierte er in der Meisterklasse von Michael Schönheit an der Hochschule für Musik Nürnberg. 2006 legte er sein Konzertexamen in der Solistenklasse des international renommierten niederländischen Organisten Ben van Oosten am Konservatorium Rotterdam ab. Bereits 2003 war Wilke Stipendiat der Europäischen Musikakademie Bonn und nahm dort an einer Meisterklasse des Organisten von Notre-Dame de Paris, Olivier Latry, teil. Weitere Studien führten ihn zu Hans-Jürgen Kaiser nach Fulda.
Als Konzertorganist arbeitet Denny Wilke regelmäßig mit bedeutenden Orchestern und Chören zusammen. Zu seinen musikalischen Partnern zählen unter anderem das Gewandhausorchester Leipzig, das MDR-Sinfonieorchester, die Dresdner Philharmonie, die Staatskapelle Halle, die Staatsphilharmonie Nürnberg, das Nationalorchester der Ukraine, der MDR-Rundfunkchor, der GewandhausChor, der Philharmonische Chor Dresden sowie der Latvian State Choir. Im Rahmen dieser Tätigkeit kam es zu künstlerischen Begegnungen mit Dirigenten wie Kurt Masur, Riccardo Chailly, Neeme Järvi, Kristjan Järvi, Howard Arman, Simone Young und Sir John Eliot Gardiner.
Neben seiner Tätigkeit als Orgelsolist ist Wilke ein gefragter Continuospieler und Kammermusikpartner. Dabei beschränkt er sich nicht auf die Orgel, sondern musiziert ebenso am Cembalo, am historischen Hammerflügel und am modernen Klavier. Diese Vielseitigkeit ermöglicht ihm die Zusammenarbeit mit Sängerinnen und Sängern, Instrumentalisten und Kammermusikensembles in einem Repertoire, das von der Alten Musik bis in die Moderne reicht. Solistenabende führen ihn regelmäßig an bedeutende kirchenmusikalische Stätten und in renommierte Konzertsäle; hinzu kommen Rundfunk- und Fernsehproduktionen.
Eine besondere Verbindung besteht zur traditionsreichen Musikstadt Mühlhausen in Thüringen, einer der Wirkungsstätten Johann Sebastian Bachs. 2008 übernahm Denny Wilke die künstlerische Leitung der Mühlhäuser Marienkonzerte, 2009 wurde er zum Stadtorganisten an der Marienkirche zu Mühlhausen berufen. Dort steht ihm mit der großen Sauer-Orgel ein bedeutendes Instrument der deutschen Orgelromantik zur Verfügung. Die Stadt Mühlhausen würdigte sein langjähriges Engagement für das Instrument und die Musiktradition der Stadt 2018 mit der Ernennung zum Botschafter der Stadt Mühlhausen.
Auch der Merseburger Dom und seine große Ladegastorgel nehmen in Wilkes künstlerischer Tätigkeit seit vielen Jahren einen besonderen Platz ein. Seit der Restaurierung des bedeutenden Instruments übernimmt er dort neben Domorganist Michael Schönheit regelmäßig organistische Aufgaben. Die enge Verbindung zu Merseburg führte zu zahlreichen Konzerten, Gottesdiensten sowie gemeinsamen vokal-instrumentalen Projekten. Auch bei den Merseburger Orgeltagen ist Denny Wilke seit vielen Jahren regelmäßig als Solist, Continuospieler und Partner großer Chor- und Orchesterproduktionen zu erleben.
Seine besondere Affinität zur romantischen und spätromantischen Orgelmusik verbindet Wilke mit einer ebenso intensiven Beschäftigung mit Johann Sebastian Bach und der französischen Orgelsinfonik. An historischen wie modernen Instrumenten setzt er sich mit den jeweils spezifischen Klangmöglichkeiten einer Orgel auseinander und stellt diese in den Mittelpunkt seiner Interpretationen. Konzertprogramme mit Werken von Bach, Liszt, Franck, Widor und Dupré gehören ebenso zu seinem Repertoire wie groß angelegte Orgelpartien in oratorischen und sinfonischen Werken.
Im August 2010 erzielte Denny Wilke auch international einen bedeutenden Wettbewerbserfolg: Beim International Sydney Organ Competition wurde er mit dem 3. Preis ausgezeichnet.
Gastspiele führten ihn zu zahlreichen Festivals und Konzertreihen. Er war unter anderem beim Bachfest Leipzig, bei den Händel-Festspielen Halle, den Dresdner Musikfestspielen und beim MDR-Musiksommer zu erleben. Dabei verbindet seine künstlerische Arbeit solistisches Orgelspiel mit kammermusikalischer Flexibilität und umfangreicher Erfahrung in großen vokal-sinfonischen Produktionen.
Mit seiner Ausbildung in der deutschen, niederländischen und französischen Orgeltradition, seiner Erfahrung an bedeutenden historischen Instrumenten und seiner langjährigen Zusammenarbeit mit führenden Orchestern und Chören verfügt Denny Wilke über ein außergewöhnlich breites künstlerisches Profil. Seine enge Beziehung zur Ladegastorgel im Merseburger Dom und zur Musik Franz Liszts macht ihn zugleich zu einem besonders vertrauten Interpreten jener Klangwelt, die seit dem 19. Jahrhundert untrennbar mit Merseburg verbunden ist.
