DAVID ERLER

David Erler zählt zu den gefragten deutschen Altisten und ausgewiesenen Spezialisten für die Musik der Renaissance und des Barock. Der aus dem sächsischen Vogtland stammende Sänger studierte an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig zunächst bei Maria Jonas und anschließend vor allem bei Marek Rzepka. Während seines Studiums wurde er als Stipendiat der Hanns-Seidel-Stiftung gefördert. Nach seinem Gesangsdiplom schloss er ein Studium der Musiktheorie an; wichtige zusätzliche Impulse erhielt er in Meisterkursen bei Andreas Scholl, Marius van Altena und den King’s Singers.

Im Mittelpunkt seiner künstlerischen Tätigkeit steht die historisch informierte Aufführungspraxis. David Erler arbeitet regelmäßig mit international renommierten Dirigenten wie Philippe Herreweghe, Ton Koopman, Hans-Christoph Rademann, Laurence Cummings, Jos van Immerseel, Hermann Max, Rudolf Lutz, Wolfgang Katschner, Gotthold Schwarz, Jos van Veldhoven, Roland Wilson, Manfred Cordes und Gregor Meyer zusammen.

Zu seinen musikalischen Partnern gehören namhafte Ensembles der Alten Musik wie die Nederlandse Bachvereniging, die Lautten Compagney Berlin, Musica Fiata, Weser-Renaissance Bremen, das Collegium Marianum Prag, das Gesualdo Consort Amsterdam, Ensemble Inégal, Il Gardellino und Les Muffatti. Aufgrund seiner besonderen Erfahrung im Ensemblegesang wird er darüber hinaus regelmäßig von Vokalensembles wie amarcord, Calmus Ensemble, Singer Pur, den Singphonikern und Stimmwerck als Gast eingeladen.

Einen besonderen Schwerpunkt seines Repertoires bildet die geistliche Musik des deutschen Barock. Daneben beschäftigt sich Erler intensiv mit der Vokalpolyphonie der Renaissance sowie mit italienischer und insbesondere englischer Musik des 17. und 18. Jahrhunderts. Johann Sebastian Bach, Heinrich Schütz und deren musikalisches Umfeld spielen dabei ebenso eine zentrale Rolle wie weniger bekannte Meister der mitteldeutschen Musikgeschichte.

Seine umfangreiche Diskografie umfasst inzwischen mehr als 100 CD-Veröffentlichungen. Zu den herausragenden Projekten gehört seine Mitwirkung an der Gesamteinspielung der Werke von Heinrich Schütz unter der Leitung von Hans-Christoph Rademann. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Gesamteinspielung des erhaltenen Vokalwerks von Johann Kuhnau, dem unmittelbaren Amtsvorgänger Johann Sebastian Bachs als Leipziger Thomaskantor. Dieses Projekt initiierte Erler gemeinsam mit weiteren Partnern maßgeblich mit und wirkte dabei sowohl als Sänger als auch als wissenschaftlich arbeitender Herausgeber mit.

Neben seiner Tätigkeit auf der Konzertbühne widmet sich David Erler intensiv der musikwissenschaftlichen und editorischen Arbeit. Für den traditionsreichen Verlag Breitkopf & Härtel gibt er die erhaltenen Kantaten Johann Kuhnaus in wissenschaftlich-kritischen Neuausgaben heraus. Zahlreiche dieser Werke werden damit erstmals in modernen Editionen einer breiteren musikalischen Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Darüber hinaus verantwortete Erler Neueditionen von Jan Dismas Zelenkas Requiem ZWV 46 sowie von Johann Sebastian Bachs Magnificat BWV 243. Seine Arbeit verbindet dabei musikwissenschaftliche Quellenforschung unmittelbar mit der praktischen Erfahrung eines Sängers, der sich seit vielen Jahren intensiv mit historischer Aufführungspraxis beschäftigt. Er wird regelmäßig zu musikwissenschaftlichen Symposien eingeladen und veröffentlicht Beiträge in Fachzeitschriften, Programmheften und CD-Booklets.

Auch mit eigenen Einspielungen hat sich David Erler als Spezialist für wenig bekanntes Repertoire profiliert. Seine Programme widmen sich insbesondere musikalischen Schätzen des mitteldeutschen Barock und tragen dazu bei, Komponisten und Werke jenseits des etablierten Konzertkanons neu zu entdecken.

Die Verbindung von stilsicherem Gesang, umfassender Ensembleerfahrung und musikwissenschaftlicher Arbeit prägt David Erlers besonderes künstlerisches Profil. Als Sänger und Herausgeber setzt er sich gleichermaßen dafür ein, die außergewöhnliche Vielfalt der europäischen Vokalmusik des 16. bis 18. Jahrhunderts lebendig zu erhalten und bislang wenig bekannte Werke wieder auf die Konzertpodien zu bringen.