CHRISTOPH PFALLER

Der Tenor Christoph Pfaller, 1992 in Leipzig geboren, erhielt seine erste musikalische Ausbildung im traditionsreichen Thomanerchor Leipzig. Bereits im Alter von neun Jahren wurde er Mitglied des Chores und erhielt dort Gesangsunterricht bei Kammersänger Martin Petzold. Unter der Leitung des damaligen Thomaskantors Georg Christoph Biller nahm Pfaller an zahlreichen Konzertreisen im In- und Ausland teil, die ihn unter anderem nach Japan, Südkorea und Australien führten. Schon als Knabensopran trat er solistisch in Konzerten und bei CD-Produktionen hervor. In der Spielzeit 2004/2005 war er als Erster Knabe in Wolfgang Amadeus Mozarts Die Zauberflöte an der Oper Leipzig zu erleben.

2013 begann Christoph Pfaller sein Gesangsstudium an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig bei Professor Christina Wartenberg. Nach seinem Studienabschluss 2019 setzte er seine stimmliche Ausbildung bei Jeanette Favaro-Reuter und Berthold Schmid fort.

Eine besondere Nähe verbindet den Tenor seit seiner Kindheit mit der geistlichen Musik, insbesondere mit dem Werk Johann Sebastian Bachs. Heute ist Christoph Pfaller ein gefragter Konzert- und Oratoriensänger und hat sich vor allem als Evangelist und Bach-Interpret einen Namen gemacht. Sein Repertoire umfasst dabei Werke von der Renaissance und dem Barock über Klassik und Romantik bis hin zur Musik des 20. und 21. Jahrhunderts.

Er arbeitet regelmäßig mit renommierten Dirigenten und Musikern zusammen, darunter Hans-Christoph Rademann, Andrés Orozco-Estrada, Holger Speck, David Timm, Michael Schönheit, Felix Koch, Adam Viktora, Wolfgang Katschner, Gotthold Schwarz und Andreas Reize. Zu seinen musikalischen Partnern zählen Ensembles und Klangkörper wie der Thomanerchor Leipzig, das Gewandhausorchester Leipzig, die Dresdner Philharmonie, die Staatskapelle Halle, die Gaechinger Cantorey, die lautten compagney BERLIN, das Vocalensemble Rastatt, das Neumeyer Consort und das Ensemble Inégal. Konzertengagements führten ihn neben Deutschland unter anderem nach Italien, Russland, Luxemburg, Belgien, Kuba und in die USA.

Neben seiner umfangreichen Konzerttätigkeit widmet sich Christoph Pfaller auch intensiv der Oper und dem Musiktheater. Zu seinen Rollen zählen Belmonte in Mozarts Die Entführung aus dem Serail, Lyonel in Friedrich von Flotows Martha, Luigi in Giacomo Puccinis Il tabarro sowie Fenton in Otto Nicolais Die lustigen Weiber von Windsor. Bereits 2016 gab er als Pokayne in Peter Maxwell Davies’ Oper Kommilitonen! sein Bühnendebüt als Tenor.

Auch zeitgenössisches Musiktheater nimmt einen wichtigen Platz in seinem künstlerischen Schaffen ein. So gastierte er als Arcivescovo in Pascal Dusapins Oper Perelà am Luzerner Theater. Mit dem österreichischen Komponisten Matthias Kranebitter arbeitete er unter anderem bei der Uraufführung von Pandora zusammen, in der Pfaller die Partie des Prometheus übernahm. 2024 wirkte er zudem bei Wien Modern an der Uraufführung des Tanztheaterprojekts ORLANDO mit.

Für seine künstlerische Entwicklung erhielt Christoph Pfaller 2017 ein Stipendium der Kammeroper Schloss Rheinsberg und wurde dort als Preisträger ausgezeichnet. Darüber hinaus dokumentieren mehrere CD-Einspielungen seine vielseitige Tätigkeit als Konzert- und Ensemblesänger.

Neben Oratorium, Alter Musik und Oper gilt seine besondere Leidenschaft dem Kunstlied. Gemeinsam mit dem Pianisten und Sänger Diogo Mendes gestaltet er Liederabende und widmet sich dabei dem deutschsprachigen wie internationalen Liedrepertoire.

Mit seiner musikalischen Prägung durch den Thomanerchor, seiner besonderen Erfahrung im Bereich der Alten Musik und seiner stilistischen Vielseitigkeit verbindet Christoph Pfaller die große mitteldeutsche Bach-Tradition mit einem Repertoire, das bis in die unmittelbare Gegenwart reicht. Sein Schwerpunkt als Evangelist und Oratoriensänger bildet dabei bis heute einen wesentlichen Kern seiner künstlerischen Arbeit.